Glaube: Das Evangelium von König Charles III.

Glaube: Das Evangelium von König Charles III.

God save the King. Es gibt Königshäuser, die schaffen es nie in die “Bunte” oder “Gala”. Zum Beispiel die von Eswatini (ein Binnenstaat in Südafrika) oder von Kambodscha. Keine glamourösen Hochzeiten, keine Skandale – nichts, was uns aus der kleinbürgerlichen Tristesse mit Frank-Walter I. reißen könnte.

Aber mal unter uns: im Grunde gibt es nur ein wirkliches Königshaus – die Windsors. Das sind die Profis. Der Rest kommt doch nur unter ferner liefen…

Evangelium live im Fernsehen

Die Windsors liefern gerade wieder großes Kino: Der höchste königliche Herold, David White, hat am St. James’s Palace nach mehr als 70 Jahren einen neuen englischen König ausgerufen. Weltgeschichte live. Und Evangelium live! Schon gewusst – “Evangelium”, zu Deutsch “frohe/gute Botschaft” meinte in der Antike genau das: die Nachricht von der Ausrufung oder Thronbesteigung eines neuen Königs oder Kaisers!

Die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas verwenden diesen Terminus technicus angesichts ihrer Leserschaft mit Kalkül: Sie wollen unterstreichen, dass die Ereignisse um Jesus Weltgeschichte sind. Und dass hier ein König die Herrschaft antritt, der die des römischen Kaisers in allem übertrifft. Das war provokant.

So provokant, dass der Argwohn von Pilatus als Statthalter eben dieses Kaisers geweckt wurde. Ein Grund mehr, Jesus des Hochverrats zu verdächtigen (die religiösen Anklagepunkte interessierten Pilatus nicht die Bohne) und nachzufassen, wo denn sein Königreich nun genau sei? “Nicht von dieser Welt”, gab Jesus zur Antwort.

Für Pilatus war der Fall erledigt. Der weitere, tragische Verlauf war seiner Feigheit geschuldet. In der “Bunte” und “Gala” hätte das vielleicht so geklungen:

“Jesus: Dramatische Wende nach seinem Tod!”

“Maria: Wie verkraftet sie nur die Tragödie um ihren Sohn?”

“Petrus: Diagnose-Hammer manisch-depressiv!”

Wenn Untertanen für die Skandale sorgen

Nachdem der Yellow-Press-würdige Seitensprung von König David gesühnt und die Skandale der Thronnachfolger verjährt waren, ist es um dieses Davidische Königshaus, also die Ahnenlinie Jesu, relativ ruhig geworden. Es sind heute eher seine 2,2 Milliarden Untertanen, die für die Skandale und Schlagzeilen sorgen. Die z.T. vergessen haben, dass sie in einer absoluten Monarchie mit Jesus als König leben, wo demokratische Willensbildung, wie sie aktuell der Synodale Weg lautstark fordert, absurd ist.

Kirche von “unten” ist menschlich gedacht, aber nicht göttlich. Wohin menschliche “Weisheit” führt, siehst Du um Dich herum als Warnung zur Genüge. Ich bin heilfroh, dass Jesus sich seine Kirche anders vorstellt. Und Dich und mich unter seiner Führung in seinem Reich zum Mitregieren einlädt – und nicht zur Regierungsübernahme via Staatsstreich. Soviel Demut tut not. Aber das nur am Rande.

Automatische Rechte und Pflichten

God save the King. Ein Detail dieser Tage fand ich interessant: dass Prinz Charles im Augenblick des Todes seiner Mutter automatisch König wurde. Du wachst morgens auf – und zack: über Nacht bist Du König von England geworden.

Anders im Reich Gottes: Dort sind es die Untertanen, denen automatisch Rechte und Pflichten der Mitregentschaft zufallen. Dieses “Reich Gottes”, das Jesu Lieblingsthema war, geht jeden an. Übrigens auch Nicht-Christen, denn sie müssen sich die Frage gefallen lassen, was denn die Alternative sein soll? Die Ampelkoalition mit Erinnerungslücken? Die Energiewende? You’ll never walk alone?

Ich habe die dunkle Vorahnung, dass uns davon einiges bald ganz gehörig auf die Füße fallen wird. Die Bild-Zeitung schrieb:

“Der Tod der Königin bedeutet nun nicht nur eine Zäsur für das Vereinigte Königreich. In unseren so unsichereren Zeiten war sie die letzte verbliebene Konstante. Wie ein Himmelsgestirn. Ab jetzt ist alles anders – als wäre der Mond vom Firmament verschwunden.”

King of the Kings

Nach meinem Geschmack etwas viel Pathos. Vielleicht ist der Mond verschwunden – aber nicht das Licht Jesu! Wäre jetzt nicht die Zeit, sich mit seinem Regierungsprogramm zu beschäftigen, das als “Evangelium”, als Gute Botschaft bis heute Menschen begeistert? Und das unendlich mehr als nur eine neue Ethik ist.

God save the King of the Kings.

Titelfoto: Shutterstock

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